The Villainess

The Villainess

Action

Südkorea 2017 Koreanisch/d 129min

Am Ende eines exzessiven Rachefeldzuges sieht sich Sook-hee (Kim Ok-vin) von einer Garde Polizisten umstellt und verhaftet. Normalerweise würde sie für immer im Gefängnis verschwinden, doch ihre besonderen Fähigkeiten machen die Direktorin des südkoreanischen Geheimdienstes auf XX aufmerksam. Sook-hee bekommt ein Angebot: Wenn sie sich für zehn Jahre dem Dienst verpflichtet, wird sie danach frei sein. Sie soll als Schläferagentin ein bürgerliches Leben führen und bei Bedarf geheime Aufträge ausführen. Notgedrungen nimmt Sook-hee die Offerte an, zumal sie in Gefangenschaft ein Kind bekommen hat. Sie richtet sich in einem halbwegs normalen Leben ein und will sogar heiraten, doch am Tag ihrer Hochzeit bekommt sie einen Mordauftrag, der sie tief in die Abgründe ihrer dunklen Vergangenheit blicken lässt.

Schon in der ersten Sequenz, in der sich die Heldin Sook-hee in bester Egoshooter-Manier durch verwinkelte Raume und Flure kämpft und dabei Dutzenden Gegnern mit Pistolen, Messern und allem, was sie sonst noch in die Finger kriegt, den Garaus macht, zeigen sich die Ambitionen von Jeong Byeong-gil. Schon fünf Jahre vor „The Villainess“ hatte er mit dem Polizeifilm „Confession Of Murder“ ein Genrehighlight abgeliefert, das weniger durch seine eher simple Geschichte als durch den besonderen Stilwillen seines Regisseurs getragen wurde. Dort führt der Koreaner nun an und treibt seine Inszenierung auf die blutige, überbordend-exzessive Spitze.

Die Kamera von Park Jung-hun scheint hier schwerelos zu sein, sie umtanzt die Figuren in den Actionszenen und selbst in „ruhigeren“ Momenten förmlich. Die Gesetze der Physik gelten für sie nicht: Nach Belieben fährt sie durch Wände, Decken und Fensterscheiben. Das alles gibt dem Film eine enorme Dynamik, erzeugt aber bisweilen auch Konfusion, denn Jeong ist nicht sonderlich daran interessiert, räumlich kohärente Actionszenen zu kreieren, vielmehr sprengt er nach Lust und Laune die Dimensionen. Er und seine Mitarbeiter - vor allem sein Kampfchoreograf Kwon Gui-duck („The Wailing“) ist hier zu nennen – wollen neue Massstäbe setzen. So lassen sie Sook-hee beispielsweise nie im klassischen Zweikampf Eins-gegen-Eins antreten, sondern stets mehrere, meist ganze Gruppen von Widersachern auf sie.

filmstarts.de