Es ist schwer ein Gott zu sein

Es ist schwer, ein Gott zu sein

Sci-Fi / Historie

Russland 2013 Russ/d 177min

 

 

Die Stadt Arkanar liegt auf einem fremden Planeten und die Menschen dort befinden sich noch in einem gesellschaftlichen Entwicklungsstadium, das Erdenbewohner als "Mittelalter" bezeichnen würden. In Arkanar werden alle Gelehrten verfolgt, wer lesen und schreiben kann oder unbequeme Fragen stellt, ist vor der Obrigkeit nicht sicher. Widerstand wird hart bestraft – auch mit dem Tod. Eine von der Erde entsandte Gruppe Wissenschaftler soll Informationen sammeln. Wie leben die Bürger Arkanars? Wird es ihnen gelingen, eine Art Renaissance-Zeitalter einzuleiten? Die Forscher erhielten strikte Weisung, nicht in die inneren Angelegenheiten einzugreifen und unter keinen Umständen jemanden zu töten. Vor den Planetenbewohnern geben sie vor, adlige Nachkommen lokaler Gottheiten zu sein. Doch vor allem dem Erdling Don Rumata (Leonid Yarmolnik) fällt es zunehmend schwer, mitanzusehen, wie sich die Gesellschaft selbst zerfleischt, denn alle Konflikte enden in Blutvergiessen. Er hätte das Wissen, um die Dinge zu ändern, doch ihm sind auf Geheiss seiner Vorgesetzten die Hände gebunden…

 

 

Düster und melancholisch ist die russische Seele, soviel wird klar, wenn man auch nur oberflächlich in die Welten von Puschkin, Dostojewski oder Tarkovskij eintaucht. Leichte Kost ist mit diesen Künstlern nicht zu haben, stets geht es um die grossen Fragen der Menschheit, um Liebe, Krieg, die Existenz an sich. In diesen Sphären bewegte sich auch der 2013 verstorbene Regisseur Aleksei German, der zwischen 1968 und 1998 ganze fünf Filme drehen konnte und die restlichen Jahre seines Lebens mit der Fertigstellung seines Magnum Opus verbrachte, einer Verfilmung des Sci-Fi-Romans „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ von den „Stalker“-Autoren Arkadi und Boris Strugazki. 2012 gab es sogar schon einen Dokumentarfilm über das legendäre Projekt, an dessen Fertigstellung kaum noch zu glauben war. Doch kurz nach dem Tod Germans vollendeten seine Witwe Svetlana Karmalita und sein inzwischen selbst als Regisseur arbeitender Sohn Aleksei German Jr. („Under Electric Clouds“) das Werk des Vaters. Und auch wenn einzelne Momente der drei Stunden von „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ Ratlosigkeit hervorrufen: Dieses Science-Fiction-Epos voller Matsch, Blut und menschlicher Exzesse ist einfach atemberaubend.

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