Lost River

Lost River

Drama / Thriller / Fantasy

USA 2014 E/d 95min

 

 

 

 

Die alleinerziehende Mutter Billy (Christina Hendricks) lebt mit ihren beiden Kindern Bones (Iain De Caestecker) und Franky (Landyn Stewart) in Lost River, einem trostlosen Ort, der zunehmend zur Geisterstadt wird, da die Immobilienkrise die Bewohner wegtreibt. Als Billy mit den Hypothekenzahlungen in Rückstand gerät, lässt sie sich auf eine Idee des Bankmanagers Dave (Ben Mendelsohn) ein. Der erzählt ihr von einer Möglichkeit, wie sie vorerst über die Runden kommen kann: Um ihr Haus nicht zu verlieren, soll Billy in seinem Nachtclub arbeiten. Dort trifft sie nicht nur auf die geheimnisvolle Cat (Eva Mendes), sondern setzt schliesslich auch ihr eigenes Leben aufs Spiel. Während sie mehr und mehr in eine morbide und düstere Unterwelt abtaucht, klaut ihr Sohn Bones wertvollen Kupferdraht aus den Wänden verlassener Häuser. Dabei hat es jedoch bald der brutale Bully (Matt Smith), der sich selbst als Herrscher über die Stadt sieht, auf ihn abgesehen, wodurch auch Bones' freundliches Nachbarsmädchen Rat (Saiorse Ronan) in Gefahr gerät.

 

Diese beiden Handlungsstränge, die Ryan Gosling assoziativ miteinander verwebt, ohne ihnen allzu grosse Aufmerksamkeit zu widmen, wachsen ohne Zweifel auf dem Boden der alltäglichen Realität in den Vereinigten Staaten. Es muss zahllose Familien wie die von Billy und Bones geben. All die Hypotheken, die von den Banken an Menschen vergeben wurden, die sich dieses vermeintlich billige Geld nie leisten konnten, und schliesslich der grosse Crash haben nicht nur in Detroit ganze Stadtteile mehr oder weniger in Geisterviertel verwandelt. Der kalkulierte Wahnsinn dieses Geschäfts mit Existenzen ist für Gosling der ideale Ausgangspunkt für eine Höllenvision von Amerika, in der sich Kunst und Trash, David-Lynch-Kino und B-Movies auf atemberaubende Weise mischen. Dieses dunkle, bitterböse Märchen aus den verfallenden Strassen von Detroit schickt einen auf einen Trip durch die Hölle. In Bildern, die in ihrer Intensität zuweilen an die grossen Meisterwerke der flämischen Malerei erinnern, breitet Gosling ein amerikanisches Abtraum-Panorama aus.

Sascha Westphal filmstarts.de