Frequencies

FREQUENCIES

Sci-Fi / Romanze

Australien / England 2013 E/d 109min

 

 

 

 

In einer Szene reden die in einem Eliteinternat lebenden Zak und Marie auf der Wiese des Anwesens miteinander. Als ihre Sprechzeit die volle Minute überschreitet, fliegt ein Flugzeug über sie hinweg. Zwei Gepäckstücke fallen heraus und erschlagen die beiden beinahe. Höchste Zeit, das nächste Treffen um ein Jahr zu vertagen. - Diese Szene zeigt die Absurdität der so gewöhnlich wirkenden Welt, in der "Frequencies" spielt. Sie zeigt ausserdem, wie man völlig ohne Special Effects - nur mit einem smarten Drehbuch bewaffnet - für verhältnismässig wenig Geld einen Science-Fiction Film drehen kann, der trotzdem bzw. genauer gesagt gerade deshalb wesentlich intelligenter als der Grossteil der Hollywood-Action-Sci-Fi-CGI-Spektakel ist. Dabei ist die Thematik von "Frequencies" nicht unähnlich der von Jugend-Sci-Fi-Filmen wie "Die Bestimmung". Aber anstatt einen relativ hanebüchenen gesellschaftskritischen Ansatz als Ausgangspunkt für einen grosses Action-Feuerwerk zu nehmen, konzentriert sich der Autor und Regisseur Darren Paul Fisher in "Frequencies" auf die philosophischen Implikationen seiner Grundidee.

 

Einen grob vergleichbaren Film gab es zuletzt mit James Ward Bykits Lo-Fi-Film "Coherence” zu sehen. Doch während Bykits No-Budget-Film mit Freunden des Regisseurs überwiegend in dessen Wohnzimmer gedreht wurde, wartet die australisch-britische Koproduktion mit einem vergleichsweise üppigen Budget auf, dass sich unter anderem sichtbar in einem deutlichen Plus an Production Values niederschlägt. Zwar verzichtet der Film komplett auf alle Arten von üblichen Sci-Fi-Gimmicks. Aber davon angesehen ist dies ein sehr gut fotografierter und makellos ausgestatteter Film mit durchgehend ausgezeichneten Schauspielern, der von seiner Machart her mit der Mehrzahl der europäischen Arthouse-Dramen mithalten kann. Dabei bezieht der Film seinen besonderen Reiz aus seiner originellen und interessanten Prämisse, die in eine smarte Handlungsstruktur eingebettet ist. Zu Beginn wirkt der Film trotz der merkwürdigen Einteilung der Menschen nach Frequenzen recht schlicht. Aber im weiteren Handlungsverlauf dringen wir immer tiefer in das wahre Wesen der Geschichte und dieser Welt ein. Wie die Ringe einer Zwiebel, entblättern sich fortwährend neue Schichten, die in ihrer Freilegung immer stärker an den Kern der Sache heranführen. Hierbei bleibt "Frequencies” bis zum Ende überraschend, ungewohnt und interessant.

- spielfilm.de