Stereo

Stereo

Thriller

Deutschland 2014 D 94min

 

 

 

Erik (Jürgen Vogel) startet weit weg von der Grossstadt Berlin einen Neuanfang im ländlichen Idyll. Er ist glücklich mit seiner neuen Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) und kommt sogar mit deren Tochter Linda (Helena Schoenfelder) blendend aus. Eriks neu eröffnete Motorradwerkstatt läuft auch nicht schlecht, nur mit Julias Polizisten-Vater Wolfgang (Rainer Bock) liegt er nicht unbedingt auf einer Wellenlänge. Doch dann wird es richtig unangenehm für den toughen Erik: Henry (Moritz Bleibtreu) dringt in sein Leben ein und verschwindet einfach nicht wieder. Auf Schritt und Tritt verfolgt der vulgäre Parasit den Motorradschrauber. Das Problem: Nur Erik kann Henry sehen – der Quälgeist existiert ausschliesslich in seiner Vorstellung, das allerdings als überaus überzeugende Manifestation. Als der zwielichtige Gaspar (Mark Zak) und sein Gefolge in Eriks Schuppen auftauchen und alte Wunden aus seiner dunklen Vergangenheit aufreissen, droht der Bedrängte die Nerven zu verlieren, denn der Gangsterboss Keitel (Georg Friedrich) soll hinter ihm her sein. Erik wendet sich an die Geisterheilerin Frau Saurion (Valery Tscheplanowa), die ihm den unliebsamen Begleiter Henry austreiben soll…

 

 

Regisseur Erlenwein und sein Kameramann Ngo The Chau spielen virtuos mit Licht und Schatten, mit ausgedünnten Farben und harten Kontrasten. Sie machen „Stereo“ zu einem Augenschmaus in Neo-Noir-Optik, der definitiv auf der grossen Kinoleinwand am besten zur Geltung kommt. Aber auch bis in seine vertrackten Psycho-Thriller-Windungen hinein umweht Erlenweins Film durchaus ein Hauch von „Fight Club“ – selbst wenn die Auflösung des zentralen Mysteriums um die Identität von Henry dann eher fade Hausmannskost aus der Genreküche bietet. Einen deftigen Akzent setzt hingegen Georg Friedrich, der sich als verkrüppelter Gangsterboss chargierend bis zum Anschlag an den Rand der Karikatur berserkert. Er überschreitet diese Grenze aber nicht und verbreitet in breitbeiniger Pose ironischen Spass. Und auch in den Hauptrollen sind mit Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu zwei echte Typen zu sehen. Die beiden Stars stehen hier erstmals gemeinsam in Kino-Hauptrollen vor der Kamera und lassen sich mit sichtlichem Vergnügen auf Erlenweins Genre-Variationen ein.

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