Colossal

Colossal

Komödie / Sci-Fi / Action

USA/Spanien/Kanada/Südkorea 2017 E/d 114min

Gloria (Anne Hathaway) ist eine arbeitslose Autorin, die ihre Tage mit Schlafen und Trinken verbringt. Ihr frustrierter Freund Tim (Dan Stevens) will das nicht mehr hinnehmen und schmeisst sie aus der gemeinsamen New Yorker Wohnung. Die mittellose Gloria kehrt daraufhin in ihr verschlafenes Heimatstädtchen zurück. Beim Einzug in das verlassene Elternhaus läuft sie ihrem Schulfreund Oscar (Jason Sudeikis) über dem Weg, der ihr selbstlos zur Hand geht. Oscar leitet die Kneipe seines verstorbenen Vaters und bietet ihr einen Job als Kellnerin an. Gloria willigt ein und verbringt die Morgenstunden nach durchzechten Nächten immer wieder auf ihrem früheren Kinderspielplatz. Doch dann wird ihr langsam bewusst, dass alle ihre Bewegungen auf dem Spielplatz von einem Monster „gespiegelt“ werden, das im entfernten Seoul Hochhäuser dem Erdboden gleichmacht.

 

Wie in „Being John Malkovich“ geht es auch in „Colossal“ um eine gescheiterte Persönlichkeit in einer unglücklichen Beziehung, die durch eine Verkettung bizarrer Zufälle herausfindet, dass sie einen anderen Körper steuern kann – dort den Mimen John Malkovich, hier ein Kaiju-Monster wie Godzilla. Bei John Cusacks Protagonisten aus dem Spike-Jonze-Film handelt es sich um einen depressiven Puppenspieler, der durch die Manipulation eines anderen Menschen seine Machtphantasien ausleben und seine Herzdame (Catherine Keener) zu einer Beziehung nötigen kann. In „Colossal“ schreibt und inszeniert Nacho Vigalondo das Monster als Metapher für die verheerenden Schäden, die Glorias Alkoholsucht in ihrem eigenen Leben und in dem ihrer Freunde anrichtet. Diese phantastische Externalisierung des Suchtproblems ist äusserst reizvoll.

Satte 40 Minuten dauert es, bis der Regisseur die wichtigsten Figuren eingeführt, die Hauptschauplätze vorgestellt und die Verbindung zwischen dem Monster im fernen Korea und der Protagonistin im ländlichen Amerika hergestellt hat. Bis dahin ist der Film als melancholische Verliererballade über eine attraktive, neurotische Alkoholikerin angelegt. Das ist durchaus stimmungsvoll. Die überzeugende Oscar-Preisträgerin Anne Hathaway (für „Les Miserables“) trägt den Film mühelos, wird hier aber bei weitem nicht so sehr gefordert wie etwa in „Rachels Hochzeit“.

filmstarts.de