Seuls

Seuls

Sci-Fi / Thriller

Frankreich/Belgien 2016 F/d 90min

 

Leila (Sofie Lesaffre, „Der Himmel wird warten“) ist eine toughe junge Araberin in der französischen Metropole Fortville, die darunter leidet, dass ihr geliebter Bruder Aysam im Koma liegt. Nach einer aufgedrehten Nacht auf der Kirmes wacht sie auf und stellt fest, dass sie allein zu sein scheint. Wirklich allein. Die Eltern sind weg, die Strassen sind leer, sogar der Bruder ist aus dem Spital verschwunden. Nach einigem Suchen trifft Leila auf den schwarzen Kleinkriminellen Dodji (Stéphane Bak, „Elle“), den Milliardärssohn Yvan (Paul Scarfoglio) und die beiden etwa zwölfjährigen Camille (Kim Lockhart) und Terry (Jean-Stan Du Pac). Die Suche nach Angehörigen bringt keine Erfolge, es scheinen aber zwei Missetäter unterwegs zu sein, der eine schiesst aus dem Hinterhalt Pfeile, der andere ist gekleidet wie der „Herr der Messer“, eine aus einem Comic bekannte Figur, und kommt für seine Angriffe näher heran. Ausserdem werden die Fünf von einer bedrohlich wirkenden Drohne verfolgt.

Die Ausgangssituation des Films funktioniert ähnlich wie in „Die grüne Wolke“. Dort versteinert eine grüne Wolke nahezu alle Menschen, nur einige Schüler und ihr Lehrer hatten Glück, dass sie sich mit dem Luftschiff eines Millionärs zum richtigen Zeitpunkt über dieser Wolke befanden. Auch in „Seuls“ wird im Übrigen der Reichtum einer Figur als erzählerische Krücke für einige Extravaganzen genutzt: Yvans Vater ist ein schwerreicher Banker und so brettern die noch führerscheinlosen Kids hier mit stylischen Oldtimern durch die Strassen und später verfügen sie kurzerhand über einen gepanzerten Geldtransporter, weil sie den gerade so gut gebrauchen können.

Mit solchen Gimmicks wie den schicken alten Autos bietet der Film augenzwinkernde Unterhaltung, aber auch sonst fallen die Abenteuer der fünf Heranwachsenden durchaus ansprechend aus. Die Figuren ergänzen sich gut (auch wenn die Entwicklung ihrer Freundschaft noch etwas vertieft hätte werden können) und die Schauspielleistungen gerade von Sofie Lesaffre und Stéphane Bak als den Anführern der Gruppe überzeugen. Und obwohl man hier etwas zu oft durch dunkle Gänge schleicht und hinter jeder Ecke eine Überraschung erwartet, so wurde doch mit einem überschaubaren Budget eine stimmige Welt geschaffen, inklusive des aus Filmen wie „28 Days Later“ oder „I am Legend“ bekannten unheimlichen Gefühls, eine Grossstadt plötzlich menschenleer zu sehen.

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