Hunt For The Wilderpeople

Hunt For The Wilderpeople

Komödie / Abenteuer

Neuseeland 2016 E/d 105min

Nachdem es bereits durch zahlreiche Pflegefamilien gereicht wurde, bekommt das rebellische und trotzige Problemkind Ricky (Julian Dennison) auf dem Land die Möglichkeit zu einem Neuanfang. Bei der liebevollen Bella (Rima Te Wiata), dem mürrischen Outlaw Hec (Sam Neill) und dem Hund Tupac fühlt sich der Stadtjunge zum ersten Mal in seinem Leben gut aufgehoben und gewinnt an Selbstvertrauen. Doch als es eines Tages zu einer Tragödie in der neuen Familie kommt, die für Ricky einmal mehr einen Umzug und eine neue Pflegefamilie bedeuten würde, flieht er gemeinsam mit Hec vor den Behörden in die neuseeländische Wildnis. Während das ungleiche Paar im Busch von einer chaotischen Situation in die nächste stürzt, wird eine grossangelegte Suchaktion initiiert, um die beiden vermeintlich hilflosen Vermissten zu retten.

 

Der Junge Ricky Baker (Julian Dennison) spricht zunächst kein Wort, als er von der Kinderfürsorge in die Obhut der Pflegeeltern Bella (Rima Te Wiata) und Hec (Sam Neill) gegeben wird. Ricky kommt aus schwierigen Verhältnissen, hat einige Delikte auf dem Kerbholz und versucht bei der ersten Gelegenheit wieder abzuhauen, doch die nachsichtige und engagierte Bella fängt den Ausreisser wieder ein. Als Ricky sich gerade an sein neues Zuhause gewöhnt und beginnt sich zu öffnen, stirbt Bella. Weil Ricky nun zurück ins Heim soll, flüchtet er erneut. Diesmal wird er von Hec eingeholt und gemeinsam haben der junge Möchtegerngangster und der mürrische Alte auf ihrer Flucht durch die Wildnis bald nicht nur die unnachgiebige Kinderfürsorgerin Paula (Rachel House) an den Fersen, sondern auch die Polizei und das Militär.

 

Waititi, der das Drehbuch nach einem Roman des neuseeländischen Bestsellerautors Barry Crump schrieb, braucht nur wenige Szenen, um Rickys Einsamkeit nachfühlbar zu machen: Wenn der Junge alleine auf dem Bett sitzt, eine Wärmeflasche in den Armen, dann ist das ein simpler, berührender Blick auf das Seelenleben des Waisenjungen. Immer wieder lässt Newcomer Julian Dennison aber auch den Spieltrieb unter der Oberfläche aufblitzen: Ricky hat keine Lust, sich dem Trübsinn zu ergeben. Der Regisseur übrigens auch nicht und so zeigt er viel Spass am dreisten Zufall und der genüsslichen Übertreibung. Einmal trifft Ricky urplötzlich ein Mädchen (Tioreore Ngatai-Melbourne), das ihm bezaubernd lächelnd direkt in den Weg reitet und ihm freundlich Unterschlupf gewährt, ein anderes Mal müssen Ricky und Hec gegen ein aggressives, monsterartiges Wildschwein kämpfen, als hätten sie sich nach Mittelerde verirrt. Und im turbulenten Finale (das hier nicht gespoilert werden soll) macht Waititi aus der Verfolgungsjagd, die vorher zu Fuss erfolgte, eine motorisierte Hatz ohne grössere Boden- und Realitätshaftung.

 

filmstarts.de